www.ebbemunk.dkarrowDie Geheimrede Chruschtschows (1956)

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Personenkult | Volksfeinde | XVII. Parteitag | Großer Vaterländische Krieg | Nach dem Krieg | Selbstverherrlichung | Nachschrift und Anmerkungen | Englische Anmerkungen

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Die Selbstverherrlichung

Genossen! Der Personenkult nahm hauptsächlich deshalb so ungeheuerliche Ausmaße an, weil Stalin selbst mit allen Mitteln die Glorifizierung seiner Person betrieb und unterstützte. Davon zeugen viele Tatsachen. Eines der kennzeichnendsten Beispiele für die Selbstbeweihräucherung und den Mangel elementarer Bescheidenheit Stalins ist die Herausgabe seiner "Kurzen Lebensbeschreibung", die 1948 erschien. [Anmerkung] [Engl.Anm]

Dieses Buch ist Ausdruck der zügellosesten Lobhudelei, ein Muster dafür, wie man aus einem Menschen einen Gott macht und ihn in einen unfehlbaren Weisen verwandelt, den "größten Führer", "unübertrefflichen Strategen aller Zeiten und Völker". Es sind wohl keine anderen Worte mehr zu finden, um Stalin noch mehr in den Himmel zu heben.

Es besteht kein Grund, hier die widerlichen Lobhudeleien zu zitieren, von denen es in diesem Buch wimmelt. Es gilt nur zu unterstreichen, daß sie alle von Stalin persönlich gebilligt und redigiert wurden und einige davon eigenhändig von ihm in die Korrektur des Buches hineingeschrieben worden sind. [Engl.Anm]

Was betrachtete Stalin als unerläßliche Ergänzungen zu diesem Buch? Vielleicht wollte er den Eifer der Schmeichler abkühlen, die seine "Kurze Lebensbeschreibung" verfaßt hatten? Nein. Er baute die Stellen aus, von denen er meinte, daß das Lob für seine Verdienste unzureichend sei. Hier einige Abschnitte, die Stalins Tätigkeit charakterisieren und die von Stalin eigenhändig hinzugefügt wurden:

"In diesem Kampfe gegen die Kleingläubigen und Kapitulanten, die Trotzkisten und Sinowjewleute, die Bucharin und Kamenew, formte sich, nachdem Lenin aus den Kampfreihen geschieden war, endgültig jener leitende Kern unserer Partei..., der das große Banner Lenins hochhielt, die Partei um das Vermächtnis Lenins zusammenschloß und das Sowjetvolk auf den breiten Weg der Industrialisierung des Landes und der Kollektivierung der Landwirtschaft geführt hat. Der Leiter dieses Kerntrupps und die führende Kraft der Partei und des Staates war Genosse Stalin." [Anmerkung]

Und das schreibt Stalin selbst! Und er fügt hinzu:

"Stalin, der in meisterhafter Weise den Aufgaben eines Führers der Partei und des Volkes gerecht wird und die volle Unterstützung des ganzen Sowjetvolkes genießt, hat in seiner Tätigkeit niemals auch nur einen Schatten von Eigendünkel, Überheblichkeit, Selbstlob an den Tag gelegt." [Anmerkung]

Wo überhaupt und wann hat sich ein Funktionär derart selbst rühmen können? Schickt sich das für einen Funktionär marxistisch-leninistischen Typs? Nein. Eben gerade dagegen sind Marx und Engels so entschieden aufgetreten. Eben das hat Lenin immer so scharf verurteilt.

Im Korrekturexemplar des Buches stand folgender Satz: "Stalin - das ist der Lenin von heute." Dieser Satz erschien Stalin offenbar unzureichend, und so hat er ihn eigenhändig wie folgt umgearbeitet: "Stalin ist der würdige Fortsetzer des Werkes Lenins oder wie man in unserer Partei zu sagen pflegt: Stalin - das ist der Lenin von heute." Sehen Sie, wie eindrucksvoll das gesagt ist, nur nicht vom Volk, sondern von Stalin selbst. [Anmerkung]

Man kann eine Menge ähnlicher Fälle von Eigenlob anführen, die von Stalins Hand in die Korrektur des Buches eingefügt wurden. Besonders freigebig warf er mit Lobpreisungen seiner selbst wegen seiner militärischen Genialität und seiner strategischen Talente um sich. Ich gestatte mir, noch eine von Stalin geschriebene Einfügung zum Thema der Stalinschen militärischen Genialität anzuführen. "Genosse Stalin hat auch die fortgeschrittene sowjetische Kriegswissenschaft weiterentwickelt", schreibt er. "Genosse Stalin hat die Lehre von den ständig wirkenden Faktoren ausgearbeitet, die für das Schicksal des Krieges entscheidend sind, ferner die Lehre von der aktiven Verteidigung und den Gesetzen der Gegenoffensive und der Offensive, von dem Zusammenwirken der verschiedenen Waffengattungen und der technischen Kampfmittel unter den Bedingungen des modernen Krieges, von der Rolle großer Panzer- und Flugzeugmassen im modernen Krieg, die Lehre von der Artillerie als der mächtigsten Waffengattung. In den verschiedensten Stadien des Krieges fand das Genie Stalins die richtigen Lösungen, die allen Besonderheiten der entstandenen Lage Rechnung trugen." [Anmerkung]

Und weiter schreibt Stalin:

"Die Stalinsche Kriegskunst trat sowohl bei der Verteidigung als auch beim Angriff in Erscheinung ... Mit genialem Scharfblick durchschaute Genosse Stalin die Pläne des Feindes und durchkreuzte sie. Die Schlachten, in denen Genosse Stalin die Leitung der Sowjettruppen innehatte, sind hervorragende Musterbeispiele operativer Kriegskunst." [Anmerkung]

Auf diese Art wurde Stalin als Stratege gerühmt. Wer tat das? Stalin selbst, nur, daß er nicht in der Rolle des Strategen, sondern in der eines Autors bzw. Redakteurs auftrat, eines der Hauptschöpfer seines von Eigenlob geprägten Lebenslaufes.

So sind die Tatsachen, Genossen. Man muß geradeheraus sagen - die schmachvollen Tatsachen.

Und noch ein Fakt aus ebendieser "Kurzen Lebensbeschreibung" Stalins. Bekanntlich arbeitete an der Herausgabe des "Kurzen Lehrgangs der Geschichte der KPdSU(B)" eine Kommission des Zentralkomitees der Partei. [Engl.Anm]

Dieses -offen gesagt - ebenfalls vom Personenkult durchtränkte Buch ist von einem Autorenkollektiv ausgearbeitet worden. Das fand seine Widerspiegelung in der folgenden, im Umbruchexemplar der "Kurzen Lebensbeschreibung" Stalins enthaltenen Formulierung: "Eine Kommission des Zentralkomitees der KPdSU(B) unter Leitung des Genossen Stalin und seiner aktivsten persönlichen Teilnahme schuf den >Kurzen Lehrgang der Geschichte der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (Bolschewiki).< " [Anmerkung]

Diese Formulierung jedoch konnte Stalin nicht zufriedenstellen: in der "Kurzen Lebensbeschreibung" wurde sie durch folgenden Satz ersetzt: "1938 erschien das Buch >Geschichte der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (Bolschewiki) , Kurzer Lehrgang< das von Genossen Stalin verfaßt und von einer Kommission des Zentralkomitees der KPdSU(B) bestätigt wurde." Was kann man hier weiter hinzufügen? [Anmerkung]

Wie Sie sehen, trat hier eine erstaunliche Metamorphose einer von einer Gruppe geschaffenen Arbeit in ein von Stalin geschriebenes Buch ein. Nicht nötig zu sagen, auf welche Weise und warum die Metamorphose vorgenommen wurde.

Es erhebt sich die begründete Frage: Wenn Stalin der Autor dieses Buches ist, weshalb brauchte er ein solches Lobpreisen der Person Stalins, und weshalb wurde aus der gesamten nachrevolutionären Periode der Geschichte unserer ruhmvollen Kommunistischen Partei nichts weiter als der Hintergrund für das Handeln des "Stalinschen Genius" gemacht?

Haben in dem Buch die Anstrengungen der Partei auf dem Gebiet der sozialistischen Umgestaltung des Landes, des Aufbaus der sozialistischen Gesellschaft, der Industrialisierung und Kollektivierung des Landes sowie andere von der Partei unternommene Schritte ihre Widerspiegelung erfahren, das Vorgehen der Partei auf dem von Lenin abgesteckten Weg? Dieses Buch spricht vorwiegend über Stalin, über seine Reden, seine Referate. Alles ohne die geringste Ausnahme ist mit seinem Namen verbunden.

Und wenn Stalin selbst erklärt, eben er habe den "Kurzen Lehrgang der Geschichte der KPdSU(B)" geschrieben, so muß das zumindest Verwunderung auslösen. Kann denn ein Marxist-Leninist so über sich schreiben, daß er die eigene Person in den Himmel hebt?

Oder nehmen wir die Stalin-Orden. Sogar die Zaren haben keine Preise gestiftet, die sie mit eigenem Namen bezeichnet hätten. [Anmerkung] [Engl.Anm]

Stalin selbst erachtete jenen Text der Staatshymne der UdSSR für den besten, in dem kein einziges Wort über die Kommunistische Partei vorkommt, dafür aber die folgende beispiellose Lobpreisung Stalins:

"Uns hat Stalin zur Treue gegenüber dem Volk erzogen.

Zu großen Mühen und Taten hat er uns angespornt."

In diesen Versen der Hymne ist die gesamte erzieherische, leitende und inspirierende Tätigkeit der großen Leninschen Partei Stalin zugeschrieben worden. Das ist natürlich ein offenes Abgehen vom Marxismus-Leninismus, eine offene Herabsetzung und Schmälerung der Rolle der Partei. Zu Ihrer Information sei hinzugefügt, daß das Präsidium des ZK bereits einen Beschluß zur Erarbeitung eines neuen Textes für die Hymne gefaßt hat, in dem die Rolle des Volkes, die Rolle der Partei ihre Widerspiegelung finden. [Engl.Anm]

Und wurde Stalins Name vielen Großbetrieben und Städten ohne sein Wissen gegeben, oder wurden ohne sein Wissen im ganzen Land Stalin-Denkmäler errichtet - diese "Denkmäler zu Lebzeiten"? Schließlich ist es Tatsache, daß Stalin selbst am 2. Juli 1951 den Beschluß des Ministerrates der UdSSR zur Frage des Baus eines monumentalen Stalin-Denkmals am Wolga-Don-Kanal unterzeichnete, und am 4. September desselben Jahres erließ er die Verfügung, 33 Tonnen Kupfer für den Bau dieses Monuments bereitzustellen. Wer auch immer in der Umgebung von Stalingrad war, konnte sehen, welch riesiges Standbild sich dort erhebt, und das an einem Ort, wo wenig Menschen leben. Doch für seinen Bau wurden gewaltige Summen ausgegeben - und das in einer Periode, als unsere Menschen in diesem Gebiet nach dem Krieg noch in Lehmhütten wohnten. Urteilen Sie selbst, ob Stalin in seinem Lebenslauf zu Recht geschrieben hat, er habe "niemals auch nur einen Schatten von Eigendünkel, Überheblichkeit, Selbstlob an den Tag gelegt". [Anmerkung]

Gleichzeitig ließ Stalin es an Achtung gegenüber dem Andenken Lenins mangeln. Es ist sicher kein Zufall, daß der Sowjetpalast, dessen Bau als ein Denkmal für Lenin vor gut dreißig Jahren beschlossen wurde, nicht gebaut worden ist, daß seine Errichtung ständig verschoben, dem Vergessen anheimgegeben wurde. Man muß das korrigieren und ein solches Denkmal für Lenin errichten. [Anmerkung]

Man kann auch nicht an dem am 14. August 1925 gefaßten Beschluß der Sowjetregierung "Über die Stiftung von Leninpreisen für wissenschaftliche Arbeiten" vorübergehen. Dieser Beschluß wurde in der Presse veröffentlicht, doch bisher gibt es keine Leninpreise. Diese Angelegenheit muß man ebenfalls korrigieren.

Zu Lebzeiten Stalins wurden dank der bekannten Methoden, von denen ich im Zusammenhang mit einigen Fakten aus der Entstehungsgeschichte der "Kurzen Lebensbeschreibung" Stalins sprach, alle Ereignisse so beleuchtet, als ob Lenin sogar während der Sozialistischen Oktoberrevolution eine zweitrangige Rolle gespielt habe. In vielen Filmen, in vielen literarischen Werken wurde die Gestalt Lenins unrichtig beleuchtet, in unzulässiger Weise herabgesetzt.

Stalin sah sich sehr gern den Film "Das unvergeßliche Jahr 1919" an, in dem er auf den Trittbrettern eines Panzerzuges gezeigt wird und fast mit dem Säbel die Feinde berührt. Möge Kliment Jefremowitsch (Woroschilow), unser teurer Freund, Mut fassen und die Wahrheit über Stalin schreiben, denn schließlich weiß er, wie Stalin Krieg führte. Dem Gen. Woroschilow wird es gewiß schwerfallen, sich an diese Arbeit zu machen, aber es wäre gut, wenn er es täte. Alle werden das gutheißen, das Volk wie die Partei. Und die Enkel werden ihm dafür dankbar sein. [Anmerkung] [Engl.Anm]

Bei der Behandlung der mit der Oktoberrevolution und dem Bürgerkrieg verbundenen Ereignisse wurde die Sache in vielen Fällen so dargestellt, als ob die Hauptrolle überall Stalin zugefallen sei, als ob Stalin immer und überall Lenin suggeriert habe, was er wie zu tun habe. Aber das ist doch eine Verleumdung Lenins!

Ich gehe sicher nicht fehl, wenn ich sage, daß 99 Prozent der hier Anwesenden wenig über Stalin vor 1924 gewußt und gehört haben, und Lenin kannten alle im Land, ihn kannte die ganze Partei, das ganze Volk, vom Kind bis zum Greis.

All das ist gründlich zu revidieren, damit die Rolle Lenins, die großen Taten unserer Kommunistischen Partei und des Sowjetvolkes, eines schöpferischen Volkes, in Geschichte, Literatur und Kunstwerken die richtige Widerspiegelung finden.

Genossen! Der Personenkult trug dazu bei, im Parteiaufbau und in der wirtschaftlichen Tätigkeit fehlerhafte Methoden zu verbreiten, er bewirkte die brutale Verletzung der innerparteilichen und Sowjetdemokratie, nacktes Administrieren, verschiedenartige Verzerrungen, das Vertuschen von Fehlern, das Schönfärben der Realität. Es wimmelte bei uns von Speichelleckern, Lobhudlern und Betrügern.

Man darf auch nicht daran vorbeisehen, daß infolge der zahlreichen Verhaftungen von Partei-, Sowjet- und Wirtschaftsfunktionären viele unserer Mitarbeiter ängstlich zu arbeiten begannen, übermäßige Vorsicht an den Tag legten, sich vor allem Neuen, ja vor dem eigenen Schatten fürchteten, daß sie weniger Initiative in der Arbeit zu zeigen begannen.

Und nehmen wir die Beschlüsse der Partei- und Sowjetorgane. Man begann sie nach einer Schablone anzufertigen, häufig ohne Berücksichtigung der konkreten Situation. Es kam dazu, daß Partei- und andere Funktionäre auf den kleinsten Sitzungen und Beratungen in allen Fragen ihre Reden abzulesen begannen. All das beschwor die Gefahr der Schaffung einer Beamtenpartei, der Bürokratisierung des Apparates herauf.

Stalins Lebensfremdheit, seine Unkenntnis der wirklichen Lage an der Basis kann am Beispiel der Leitung der Landwirtschaft gut aufgezeigt werden.

Alle, die sich auch nur etwas für die Lage im Lande interessierten, sahen die schwierige Situation in der Landwirtschaft, doch Stalin nahm diese nicht wahr. Haben wir darüber zu Stalin gesprochen? Ja, wir haben, doch er unterstützte uns nicht. Warum geschah das? Deshalb, weil Stalin nie ins Land reiste, sich nicht mit Arbeitern und Kolchosbauern traf und die tatsächliche Lage im Territorium nicht kannte.

Das Land und die Landwirtschaft kannte er nur aus Filmen. Und die Filme beschönigten, lackierten den Zustand in der Landwirtschaft. In vielen Filmen wurde das Kolchosleben so dargestellt, daß die Tische sich unter den Truthähnen und Gänsen bogen. Offensichtlich meinte Stalin, daß es so in Wirklichkeit sei.

Wladimir Iljitsch Lenin sah anders auf das Leben; er war stets eng mit dem Volk verbunden; er empfing Bauerndelegierte bei sich, häufig sprach er auf Versammlungen in Fabriken, er fuhr aufs Dorf, sprach mit den Bauern.

Stalin grenzte sich vom Volk ab, niemals fuhr er irgendwohin. Und das ging so über Dutzende von Jahren. Das letzte Mal fuhr er im Januar 1928 aufs Land, und zwar nach Sibirien wegen der Getreidelieferungen. Woher konnte er denn die Lage auf dem Dorf kennen? [Engl.Anm]

Und als während eines Gesprächs Stalin gesagt wurde, daß die Lage in der Landwirtschaft schwer sei, daß es besonders schlecht um die Erzeugung von Fleisch und anderen tierischen Produkten stehe, wurde eine Kommission eingesetzt, die beauftragt wurde, einen Beschlußentwurf "Über Maßnahmen zur weiteren Entwicklung der Viehzucht in den Kolchosen und Sowchosen" vorzubereiten. Wir haben einen solchen Entwurf erarbeitet.

Selbstverständlich umfaßten unsere damaligen Vorschläge nicht alle Möglichkeiten, doch es wurden Wege zur Erhöhung der Viehzucht in den Kollektivwirtschaften und Staatsgütern aufgezeigt. Damals wurde vorgeschlagen, die Aufkaufpreise für tierische Erzeugnisse zu erhöhen, um das materielle Interesse der Genossenschaftsbauern, der Mitarbeiter der Maschinen-Traktoren-Stationen und Staatsgüter an der Entwicklung der Viehzucht zu erweitern. Aber das von uns ausgearbeitete Projekt wurde nicht angenommen, und im Februar 1953 wurde es beiseite gelegt.

Mehr noch, bei der Erörterung dieses Entwurfs schlug Stalin vor, die von den Kolchosen und Kolchosbauern gezahlte Steuer um weitere 40 Milliarden Rubel zu erhöhen, weil es den Bauern nach seiner Ansicht gut ginge und ein Kolchosbauer, der nur ein Huhn verkaufe, völlig die Staatssteuer aufbringen könne.

Überlegen Sie nur, was das bedeutet hätte. Denn 40 Milliarden Rubel sind eine Summe, die die Bauern nicht einmal für die Gesamtmenge der dem Staat gelieferten Produkte erhielten. Im Jahre 1952 erhielten zum Beispiel die Kolchose und Kolchosbauern für die gesamte an den Staat gelieferte und verkaufte Produktion 26 Milliarden 280 Millionen Rubel.

Stützte sich ein solcher Vorschlag Stalins auf irgendwelche Angaben? Natürlich nicht. In solchen Fällen interessierten ihn Fakten und Zahlen nicht. Wenn Stalin etwas sagte, bedeutete das, daß es so war - denn schließlich war er ein "Genie", und ein Genie muß nicht rechnen, es reichte, wenn es die Sache betrachtete und bestimmte, wie es zu sein habe. Er äußerte seine Ansicht, und danach mußten alle sie wiederholen und von seiner Weisheit begeistert sein.

Doch was war weise an dem Vorschlag der Steuererhöhung um 40 Milliarden Rubel? Nichts, überhaupt nichts, weil sich dieser Vorschlag nicht auf die reale Bewertung der Wirklichkeit stützte, sondern auf die Hirngespinste eines vom Leben abgeschnittenen Menschen.

Heute beginnen wir in der Landwirtschaft, uns etwas aus der schwierigen Situation herauszuwinden. Die Reden der Delegierten auf dem XX. Parteitag erfreuen jeden von uns; wir freuen uns, wenn viele Delegierte sagen, daß alle Voraussetzungen bestehen, um die Aufgaben des 6. Fünfjahrplans im Bereich der wichtigsten tierischen Erzeugnisse nicht in fünf, sondern im Verlauf von zwei bis drei Jahren zu erfüllen. Wir sind überzeugt, daß die Aufgaben des neuen Fünfjahrplans erfolgreich erfüllt werden.

Genossen!

Wenn wir heute scharf gegen den Personenkult auftreten, der sich zu Stalins Lebzeiten umfassend verbreitet hatte, und wenn wir über viele negative Erscheinungen sprechen, die aus diesem, dem Geist des Marxismus-Leninismus fremden Kult resultieren, kann bei einzelnen Menschen die frage auftauchen: Was soll das, schließlich stand Stalin 30 Jahre lang an der Spitze der Partei und des Landes, und zu seinen Lebzeiten wurden große Siege errungen; kann man das denn abstreiten? Ich meine, so können nur verblendete und vom Personenkult hoffnungslos hypnotisierte Personen fragen, die das Wesen der Revolution und des Sowjetstaates nicht begreifen, die nicht auf Leninsche Art die Rolle der Partei und des Volkes bei der Entwicklung der Sowjetgesellschaft verstehen.

Die sozialistische Revolution hat die Arbeiterklasse im Bündnis mit der armen Bauernschaft und mit Unterstützung der Mittelbauern vollbracht, sie wurde vom Volk unter Führung der bolschewistischen Partei durchgeführt. Das große Verdienst Lenins beruht darauf, daß er eine Kampfpartei der Arbeiterklasse schuf, sie mit dem marxistischen Verständnis der gesellschaftlichen Entwicklungsgesetze ausrüstete, mit der Lehre vom Sieg des Proletariats im Kampf gegen den Kapitalismus, daß er die Partei im Feuer der revolutionären Schlachten der Volksmassen stählte.

Im Laufe dieses Kampfes verteidigte die Partei konsequent die Interessen des Volkes, wurde seine erprobte Führerin, führte sie die werktätigen Massen zur Macht, zur Errichtung des ersten sozialistischen Staates auf der Welt. Denken Sie an die klugen Worte Lenins, daß der Sowjetstaat stark ist durch das Bewußtsein der Massen, daß heutzutage Millionen, Dutzende Millionen Menschen Geschichte machen.

Unsere historischen Siege verdanken wir der organisatorischen Arbeit der Partei, ihren zahlreichen territorialen Organisationen, der opfervollen Arbeit unseres großen Volkes. Diese Siege - sie sind das Ergebnis der in ihrem Ausmaß riesigen Tätigkeit des Volkes und der Partei als Ganzes; sie sind überhaupt nicht die Frucht der Führung nur durch den einen Stalin, wie es in der Blütezeit des Personenkults versucht wurde darzustellen.

Wenn man auf marxistische, auf Leninsche Art an diese Frage herangeht, muß man geradeheraus erklären, daß die Praxis der Führung, wie sie sich während der letzten Lebensjahre Stalins herausformte, zu einem ernsthaften Hemmnis auf dem Wege der Entwicklung der sowjetischen Gesellschaft geworden ist.

Stalin hat sich über lange Monate nicht mit wichtigen und keinen Aufschub duldenden Problemen des Lebens der Partei und des Landes beschäftigt. Zu Zeiten der Führung Stalins waren unsere friedlichen Beziehungen zu anderen Ländern häufig gefährdet, weil seine selbstherrlichen Entscheidungen große Komplikationen auslösen konnten und manchmal auch auslösten.

In den letzten Jahren, seit wir uns von der schädlichen Praxis des Personenkults befreiten und eine Reihe verantwortungsvoller Schritte im Bereich der Innen- und Außenpolitik unternahmen, sehen alle, wie unter ihren Augen die Aktivität zusehends wächst, wie sich die schöpferische Initiative der breiten arbeitenden Massen entwickelt, wie wohltuend all das auf die Ergebnisse unseres ökonomischen und kulturellen Aufbaus Einfluß zu nehmen beginnt.

Einige Genossen können fragen: Wo waren denn die Mitglieder des Politbüros des ZK, weshalb sind sie nicht rechtzeitig gegen den Personenkult aufgetreten und tun das erst in letzter Zeit?

Man muß vor allem die Tatsache berücksichtigen, daß die Mitglieder des Politbüros diese Fragen in verschiedenen Perioden unterschiedlich betrachteten. Anfangs unterstützten viele von ihnen aktiv Stalin, weil Stalin einer der stärksten Marxisten war und seine Logik, seine Kraft und sein Willen auf die Kader, die Parteiarbeit großen Einfluß ausübten.

Es ist bekannt, daß Stalin nach dem Tode Lenins, vor allem in den ersten Jahren, aktiv für den Leninismus gegen die Feinde der Leninschen Lehre und diejenigen, die sie entstellten, kämpfte. Die Partei, die die Leninsche Lehre zum Ausgangspunkt nahm, entfaltete mit dem Zentralkomitee an ihrer Spitze die Arbeit zur sozialistischen Industrialisierung des Landes, zur Kollektivierung der Landwirtschaft und zur Verwirklichung der Kulturrevolution. In jener Zeit erwarb sich Stalin Popularität, Sympathie und Unterstützung. Die Partei mußte gegen jene kämpfen, die versuchten, das Land vom einzig richtigen, dem Leninschen Weg abzubringen, sie mußte gegen Trotzkisten, Sinowjewleute und Rechte, gegen bürgerliche Nationalisten kämpfen. Dieser Kampf war unabdingbar. Später jedoch begann Stalin, der die Macht immer mehr mißbrauchte, mit hervorragenden Funktionären der Partei und des Staates abzurechnen, terroristische Methoden gegenüber ehrlichen sowjetischen Menschen anzuwenden. Wie wir bereits feststellten, verfuhr Stalin gerade so mit den hervorragenden Funktionären unserer Partei und des Staates - mit Kossior, Rudzutaks, Eiche, Postyschew und vielen anderen.

Versuche, gegen unbegründete Verdächtigungen und Anklagen aufzutreten, führten dazu, daß der Protestierende der Repression zum Opfer fiel.

In dieser Hinsicht ist der Fall des Gen. Postyschew charakteristisch. In einem Gespräch äußerte Stalin seine Unzufriedenheit mit Postyschew und stellte ihm die Frage: "Was für einer sind Sie?"

Postyschew erklärte standhaft: "Bolschewik bin ich, Genosse Stalin, Bolschewik!" [Engl.Anm]

Und diese Erklärung galt anfangs als Mißachtung Stalins, dann als schädliche Haltung, und in der Konsequenz hatte das die Liquidierung Postyschews zur Folge, der ohne jegliche Grundlagen zum "Volksfeind" deklariert wurde.

Über die Situation, die sich damals herausbildete, habe ich manchmal mit Nikolai Alexandrowitsch Bulganin gesprochen. Als wir einmal zu zweit im Auto fuhren, sagte er mir: "So geschieht es, daß mancher zu Stalin fährt, zu dem er als Freund eingeladen wurde. Und wenn er bei Stalin sitzt, weiß er nicht, wohin sie ihn bringen: nach Hause oder ins Gefängnis." [Engl.Anm]

Es ist klar, daß solche Bedingungen jedes Politbüromitglied in eine äußerst schwierige Situation brachten. Wenn wir darüber hinaus aber die Tatsache berücksichtigen, daß Plenartagungen des ZK in den letzten Jahren faktisch nicht einberufen wurden und Sitzungen des Politbüros nur von Fall zu Fall stattfanden, dann verstehen wir, wie schwierig es für irgendein Politbüromitglied war, sich gegen dieses oder jenes ungerechte oder fehlerhafte Vorgehen auszusprechen, gegen offensichtliche Fehler und Mängel in der Praxis der Führung.

Wie wir schon konstatierten, wurden viele Entscheidungen individuell durch eine Person oder im Umlaufverfahren, unter Umgehung einer kollektiven Erörterung, getroffen. Allen bekannt ist das traurige Schicksal des Mitglieds des Politbüros Gen. Wosnessenski, der den Repressalien Stalins zum Opfer fiel. Charakteristisch ist, daß der Beschluß, ihn aus dem Politbüro zu entfernen, niemals diskutiert, sondern ohne Kollektiv herbeigeführt wurde. Auf die gleiche Weise sind die Beschlüsse zustande gekommen, die Genossen Kusnezow und Rodionow aus ihren Funktionen zu entfernen.

Ernsthaft herabgesetzt wurde die Rolle des Politbüros des ZK, wurde dessen Arbeit desorganisiert durch die Schaffung verschiedener Kommissionen innerhalb des Politbüros, der sogenannten Fünfer-, Sechser-, Siebener- und Neunergruppen. Hier ist zum Beispiel der Beschluß des Politbüros vom 3. Oktober 1946:

"Antrag Gen. Stalins

  1. Die Kommission für Auswärtige Angelegenheiten beim Politbüro (Sechsergruppe) ist zu beauftragen, sich in Zukunft neben Fragen der Außenpolitik auch mit Fragen des inneren Aufbaus und der Innenpolitik zu befassen.
  2. Die Zusammensetzung der Sechsergruppe um den Vorsitzenden der Staatlichen Plankommission der UdSSR, Gen. Wosnessenski, ist zu ergänzen und die Sechsergruppe künftig Siebenergruppe zu nennen.

Sekretär des ZK - J. Stalin."

Was ist das für eine Kartenspieler-Terminologie! [Engl.Anm]

Es ist klar, daß die Schaffung derartiger Kommissionen innerhalb des Politbüros - "Fünfer", "Sechser", "Siebener" und "Neuner" - das Prinzip der kollektiven Führung untergrub. Im Ergebnis waren einige Mitglieder des Politbüros auf diese Weise von der Entscheidung wichtiger Staatsangelegenheiten ausgeschlossen.

Unter unmöglichen Bedingungen befand sich eines der ältesten Mitglieder unserer Partei - Kliment Jefremowitsch Woroschilow. Im Verlaufe einer Reihe von Jahren wurde er faktisch des Rechts der Teilnahme an der Arbeit des Politbüros beraubt. Stalin verbot ihm, zu den Sitzungen des Politbüros zu kommen, und er untersagte es, ihm Dokumente zu schicken. Wenn das Politbüro tagte und Genosse Woroschilow davon erfuhr, rief er jedesmal an und fragte, ob er zur Sitzung kommen dürfe. Manchmal gestattete Stalin es ihm, doch immer brachte er seine Unzufriedenheit zum Ausdruck. Infolge seines extremen Mißtrauens und Argwohns verstieg sich Stalin bis zu einem so unsinnigen und lächerlichen Verdacht, Woroschilow sei ein englischer Agent. So ist es, ein englischer Agent. Und bei ihm zu Hause wurde ein Spezialapparat zum Abhören seiner Gespräche installiert.

Mit einer allein von ihm getroffenen Entscheidung schloß Stalin noch ein anderes Politbüromitglied von der Arbeit des Politbüros aus, Andrej Andrejewitsch Andrejew.

Das war zügelloseste Willkür.

Und nehmen wir das erste ZK-Plenum nach dem XIX. Parteitag, als Stalin das Wort ergriff und auf dem Plenum Wjatscheslaw Michailowitsch Molotow und Anastas Iwanowitsch Mikojan charakterisierte, wobei er gegen diese alten Funktionäre unserer Partei durch nichts begründete Anklagen erhob.

Wenn Stalin noch einige Monate länger am Steuer der Macht geblieben wäre, so wäre es nicht ausgeschlossen, daß die Genossen Molotow und Mikojan auf unserem Parteitag nicht mehr hätten reden können. Stalin hatte offensichtlich seine Pläne, mit alten Mitgliedern des Politbüros abzurechnen. Manchmal sprach er davon, daß die Mitglieder des Politbüros auszuwechseln seien. Sein Antrag nach dem XIX. Parteitag über die Wahl von 25 Personen in das Präsidium des ZK hatte die Beseitigung der alten Mitglieder des Politbüros und die Besetzung durch weniger erfahrene Genossen zum Ziel, damit diese ihn auf jegliche Weise lobpriesen. Man darf sogar vermuten, daß dies mit der Absicht erdacht worden war, später die alten Mitglieder des Politbüros auszuschalten und auf diese Weise die Spuren jener schmutzigen Handlungen Stalins zu verwischen, über die wir jetzt berichten.

Genossen! Um die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen, tritt das Zentralkomitee entschieden gegen den Personenkult auf. Wir meinen, daß Stalin über jedes Maß herausgehoben wurde. Zweifellos hatte Stalin in der Vergangenheit große Verdienste gegenüber der Partei, der Arbeiterklasse und der internationalen Arbeiterbewegung.

Kompliziert wird die Frage durch den Umstand, daß all das, worüber an dieser Stelle gesprochen wurde, zu Zeiten Stalins unter seiner Führung und mit seinem Einverständnis begangen wurde, wobei Stalin überzeugt war, daß dies zur Verteidigung der Interessen der werktätigen Massen gegenüber den Umtrieben der Feinde und den Attacken des imperialistischen Lagers unerläßlich sei. All das betrachtete er von der Position der Verteidigung der Interessen der Arbeiterklasse, der Interessen des arbeitenden Volkes, der Interessen des Sieges des Sozialismus und Kommunismus. Man kann nicht sagen, daß die Taten Stalins die eines gedankenlosen Despoten waren. Er meinte, daß man im Interesse der Partei, der werktätigen Massen, um der Verteidigung der revolutionären Errungenschaften willen so handeln müßte. Darin liegt die wirkliche Tragödie!

Genossen! Lenin unterstrich wiederholt, daß Bescheidenheit eine unverzichtbare Eigenschaft für einen echten Bolschewiken ist. Lenin selbst war die lebendige Verkörperung der größten Bescheidenheit. Man kann nicht sagen, daß wir in jeder Hinsicht diesem Leninschen Beispiel gefolgt sind. Es genügt wohl festzustellen, daß viele Städte, Fabriken und Industriebetriebe, Kolchose und Staatsgüter, Sowjet- und Kultureinrichtungen gewissermaßen, wenn man so sagen darf, Privateigentum geworden sind, indem ihnen die Namen dieser oder jener Staats- und Parteifunktionäre gegeben wurden, die sich noch einer guten Gesundheit erfreuen. An der Namensverleihung an Städte, Rayons, Betriebe, Kolchose haben viele von uns teilgenommen. Das muß man korrigieren.

Doch das muß vernünftig, ohne Eile getan werden. Das Zentralkomitee wird diese Angelegenheit besprechen und genau bedenken, daß keinerlei Fehler und Überspitzungen zugelassen werden. Ich erinnere mich, wie man in der Ukraine von der Verhaftung Kossiors erfuhr. Der Kiewer Rundfunk begann seine Sendungen gewöhnlich so: "Hier spricht Radio Kossior". Und eines Tages begannen die Sendungen ohne die Erwähnung Kossiors. Alle errieten, daß mit Kossior etwas passiert war, daß er sicher verhaftet worden war.

Wenn wir jetzt also überall beginnen, Schilder abzunehmen und Bezeichnungen zu ändern, können die Menschen denken, daß mit diesen Genossen, deren Namen die jeweiligen Betriebe, Kolchose oder Städte tragen, offensichtlich etwas geschehen ist, daß bestimmt auch sie festgenommen worden sind. [Engl.Anm]

Woran wird bei uns manchmal Autorität und Bedeutung dieses oder jenes Führers gemessen? Daran, daß soundso viele Städte, Industriebetriebe und Fabriken, so viele Kolchose und Sowchose nach ihm benannt wurden. Ist es nicht an der Zeit, mit diesem "Privateigentum" Schluß zu machen und die Fabriken und Industriebetriebe, die Kolchose und Sowchose zu "nationalisieren"? Das wird unserer Sache nutzen. Schließlich findet der Personenkult auch in derartigen Fakten seinen Ausdruck.

Wir müssen uns der Frage des Personenkults mit ganzem Ernst widmen. Wir dürfen diese Frage nicht aus der Partei heraustragen, noch weniger in die Spalten der Presse. Ebendeshalb referieren wir sie auf einer geschlossenen Sitzung des Parteitages. Man muß das Maß kennen, den Feinden keine Nahrung geben, ihnen nicht unsere Blößen enthüllen. Ich glaube, daß die Parteitagsdelegierten all diese Maßnahmen richtig verstehen und beurteilen werden.

Genossen! Wir müssen den Personenkult entschlossen ein für allemal beseitigen, entsprechende Konsequenzen sowohl in der ideologischtheoretischen wie auch in der praktischen Arbeit ziehen.

Zu diesem Zweck ist es erforderlich:

Erstens, auf bolschewistische Art den Personenkult zu verurteilen und auszurotten, der dem Geist des Marxismus-Leninismus fremd ist und mit den Prinzipien der Führung der Partei und den Nonnen des Parteilebens unvereinbar ist, unbarmherzig jegliche Versuche zu bekämpfen, ihn in dieser oder jener Gestalt zu verankern.

In unserer ideologischen Arbeit die wichtigen Thesen der Lehre des Marxismus-Leninismus über das Volk als den Schöpfer der Geschichte, als Schöpfer aller materiellen und geistigen Güter der Menschheit, über die entscheidende Rolle der marxistischen Partei im revolutionären Kampf um die Veränderung der Gesellschaft, für den Sieg des Kommunismus wiederherzustellen und konsequent zu verwirklichen.

Im Zusammenhang damit werden wir eine große Arbeit vollbringen müssen, um von der Position des Marxismus-Leninismus aus kritisch die weitverbreiteten fehlerhaften Ansichten einzuschätzen und zu korrigieren, die mit dem Personenkult in Geschichte, Philosophie, Ökonomie und anderen Wissenschaften wie auch in Literatur und Kunst verbunden sind. Insbesondere ist in nächster Zeit ein vollwertiges, mit wissenschaftlicher Objektivität verfaßtes marxistisches Lehrbuch zur Geschichte unserer Partei auszuarbeiten, desgleichen Lehrbücher zur Geschichte der Sowjetgesellschaft und Bücher, die die Geschichte des Bürgerkrieges und des Großen Vaterländischen Krieges betreffen.

Zweitens, konsequent und ausdauernd die in den letzten Jahren vom Zentralkomitee der Partei unternommene Arbeit fortzusetzen, die gekennzeichnet ist durch genaueste Einhaltung der Leninschen Prinzipien der Führung der Partei in al len Parteiorganisationen, von oben bis unten, und vor allem des Hauptprinzips, der Kollektivität der Leitung, durch die Einhaltung der Normen des Parteilebens, die im Statut unserer Partei verankert sind, durch die Entwicklung von Kritik und Selbstkritik.

Drittens, die Leninschen Prinzipien der sowjetischen sozialistischen Demokratie voll wiederherzustellen, wie sie in der Verfassung der Sowjetunion ausgedrückt sind, die Willkür von Personen zu bekämpfen, die die Macht mißbrauchen. Bis zum Ende ist das Übel auszuräumen, das durch die Akte der Vergewaltigung der revolutionären sozialistischen Gesetzlichkeit bewirkt wurde und das sich über längere Zeit infolge der negativen Folgen des Personenkults angesammelt hat.

Genossen!

Der XX. Parteitag der Kommunistischen Partei der Sowjetunion manifestierte mit neuer Kraft die unverbrüchliche Einheit unserer Partei, ihre Geschlossenheit um das Zentralkomitee, ihren entschlossenen Willen, die großen Aufgaben des kommunistischen Aufbaus zu erfüllen. Und die Tatsache, daß wir heute die grundlegenden Probleme der Überwindung des mit dem Marxismus-Leninismus unvereinbaren Personenkults sowie der Beseitigung seiner schwerwiegenden Folgen in ganzem Umfang aufwerfen, zeugt von der großen moralischen und politischen Kraft unserer Partei.

Wir sind vollkommen überzeugt, daß unsere Partei, die mit den historischen Beschlüssen ihres XX. Parteitages ausgerüstet ist, das sowjetische Volk auf dem Leninschen Wege zu neuen Erfolgen, zu neuen Siegen führen wird.

Es lebe das siegreiche Banner unserer Partei - der Leninismus!

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